3 Fragen an: Sabine Eichner

Unsere Kollegin im Interview

Rechtsanwältin und Prokuristin bei der Omni Bridgeway AG
Bank- und Kapitalmarktrecht / Vertriebsrecht

Liebe Frau Eichner, seit 2016 sind Sie bei der Omni Bridgeway (vormals ROLAND ProzessFinanz) als Rechtsanwältin im Dezernat Bank- und Kapitalmarktrecht und Vertriebsrecht tätig. Wie sind Sie eigentlich zur Prozessfinanzierung gekommen und was sind Ihre Aufgaben als Prozessfinanziererin?

Nachdem ich bereits in zwei Rechtsanwaltskanzleien – vornehmlich im Bereich Vertriebsrecht und Versicherungsrecht – tätig war, habe ich mich nach einem neuen Betätigungsfeld umgesehen. Mir war wichtig, dass ich weiterhin mit einem anwaltlichen Schwerpunkt arbeite und spannende und herausfordernde Verfahren betreuen kann. Nunmehr bin ich bereits seit über 15 Jahren im Bereich der Prozessfinanzierung tätig und habe immer noch Freude an meinem Job. Als Prozessfinanziererin prüfe ich die Finanzierungsanfragen und stelle diese bei überwiegenden Erfolgsaussichten und Bonität der Gegenseite im Kollegenkreis zur Finanzierungsentscheidung vor. Ferner betreue ich das gesamte Verfahren von möglichen vorgerichtlichen Vergleichsverhandlungen über das gesamte Gerichtsverfahren – einschließlich der Teilnahme an mündlichen Verhandlungen – bis zur eventuellen Zwangsvollstreckung. Besonders schätze ich die sehr angenehme Zusammenarbeit mit den externen Rechtsanwälten, die in den finanzierten Verfahren mandatiert sind.

Welche Herausforderungen stellen sich Ihrem Dezernat in der nächsten Zeit in Bezug auf die Musterfeststellungklage?

Gerade Dieselgate hat nochmals deutlich gemacht, dass es in Deutschland einen Bedarf an erweitertem kollektivem Rechtsschutz gibt, dem das Kapitalanleger-Musterverfahren jedenfalls nicht gerecht wurde. Unter dem Druck der Öffentlichkeit wurde der Gesetzgeber tätig und hat die Musterfeststellungsklage verabschiedet. Aber auch diese bietet nach meiner Ansicht keine ausreichende Möglichkeit, Ansprüche von mehreren Geschädigten gemeinsam geltend zu machen. Hier ist weitere Überzeugungsarbeit notwendig, um ein Umdenken zu bewirken und einen wirklich effektiven kollektiven Rechtsschutz in Deutschland zu etablieren.

Was ist Ihr Ziel für die nächsten drei Monate?

Derzeit betreue ich mehrere Sammelklagen, die wir in Zusammenarbeit mit dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) in Österreich gegen Lebensversicherer führen. Aktuell stehen in den kommenden Wochen zahlreiche spannende Verhandlungstermine an – denn auch hier kämpfen wir rund um das Thema Sammelklage, die aber in Österreich bereits weitgehend etabliert ist. Zudem freue ich mich auf unsere erste Global Conference, die Anfang März in Ho Chi Minh City (Vietnam) stattfindet. Dort werden wir uns mit unseren neuen Kollegen von Omni Bridgeway rund um das Thema Prozessfinanzierung austauschen.

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